Global Marijuana March Duisburg 2018

Drogenverbote – Kinder zum Dealer schicken

Der Schwarzmarkt ist die unkontrollierte Drogenfreigabe

In der Debatte um die Hanf Legalisierung könnte der Eindruck entstehen, dass Drogenverbote, die eben auch für Erwachsene gelten, die Minderjährigen vor Drogenkonsum schützen sollen. Jungendschutz ist gut und wichtig, dass verstehen nicht allein Mütter, sondern kommt auch in konservativen und spießigen Kreisen sehr gut an. Nur, dass sich Drogen und damit der Drogenkonsum nicht einfach verbieten lassen. Wenn in der Diskussion um die Hanf Legalisierung von den Gegnern diese unkontrollierte Drogenfreigabe energisch abgelehnt wird, dann ist es ihnen schwer zu erklären, dass wir diese durch den Schwarzmarkt bereits haben. Wer Drogen verbietet, der schickt Kinder zum Dealer. Wollen Mütter das wirklich? Und was haben Kinder davon, wenn Erwachsene für ihren Cannabiskonsum geahndet werden?

Es gibt sicherlich auch Kinder und Jugendliche, die rauchen und Alkohol trinken. Hier handelt es sich um sehr bedenkliche Genussmittel, oder eben Drogen, die viele Drogentote produzieren. Aber in einem freien Land mit Bürgerrechten muss sich kein Erwachsener wegen der lieben Kinder das Rauchen oder Trinken abgewöhnen, solange er sein Leben noch einigermaßen im Griff hat. Es gibt Regelungen und Gesetze für den Jugendschutz, der dann eben durchgesetzt werden muss.

Doch wie ist es auf dem Schwarzmarkt, auf dem unter anderem Drogenabhängige ihren Eigenkonsum finanzieren und teils konsumfördernd „werben“? Gibt es hier diesen Jugendschutz? Nein. Es gibt durchaus viele Erwachsene, die mit Drogen verantwortungsvoller als andere umgehen. Aber selbst wenn die Drogen durch mehrere Hände gehen müssen, so landen sie letztendlich auch bei zahlenden Jugendlichen. Viele Jugendliche haben wenig Geld, sind aber durch Schule, Freizeitleben und Social Media sehr gut vernetzt. Deswegen finanzieren diese sich teils über Drogenhandel, weswegen es viele Erwachsene gibt, die bei Jugendlichen Drogen kaufen. Gibt es Erwachsene, die Tabak und Alkohol bei Kindern oder Jugendlichen kaufen? Höchstens bei Azubis, die jedoch nichts davon selber besitzen.

Reste einer Marihuana Mischung
Marihuana Mischung: der Schwarzmarkt ist die unkontrollierte Drogenfreigabe

Nicht durchsetzbare Drogenverbote sinnvoll?

Die Opiumkommission von 1909 mündete in die Drogenverbote, mit denen Drogenabhängigen in einigen Ländern selbst die Todesstrafe droht. Da es einst zuerst um Opiate oder Opioide ging, wird Cannabis sozusagen dazugerechnet, obwohl es sich wie bei anderen geahndeten Wirkstoffen um eine ganz andere Substanzgruppe mit ganz anderen Wirkungen und Gefahren handelt. Das sind einfach alles Drogen, Drogen sind ganz schlimm und eine große Gefahr für die Jugend. Nur, dass sich der Drogenkonsum nicht verbieten lässt. Gerade für Jugendliche, die in Deutschland weder Tabak noch Alkohol einfach kaufen können, wird der Drogenschwarzmarkt noch interessanter. Jung wirkende Minderjährige haben Probleme beim Bierkaufen, nicht aber, wenn sie Drogen kaufen wollen.

Drogenverbote sind also nicht durchsetzbar. Es gibt immer eine Nachfrage nach Drogen. Dort, wo es eine Nachfrage gibt, entsteht auch ein Angebot. Doch dieses Drogenangebot entzieht sich jeder staatlichen Regulierung. Wird ein Dealer aus dem Verkehr gezogen, dann stehen drei andere bereit, um den Marktanteil zu übernehmen.

Bleiben die besseren Drogendealer am Markt? Nein, wer besonders stark verstreckte und damit häufig sehr gesundheitsschädliche Drogen verkauft, der wird mit sehr milden Strafen sogar noch belohnt. Es wird eben nicht die gesundheitliche Gefährdung, sondern der Wirkstoffgehalt geprüft. Wenn die Gesellschaft durch Drogenverbote ihre Kinder zum Dealer schickt, dann hat dieser häufig also besonders gefährliche Drogen im Angebot.

Es kommt sogar noch schlimmer: Haschisch und Marihuana machen die Konsumenten nicht so abhängig, wie das ein oder andere Pulver. Zudem sind riechende Cannabisprodukte viel einfacher zu finden, nehmen viel Volumen ein und bringen weniger Geld als Pulverdrogen. Bei vielen Dealern gehört es auf dem Schwarzmarkt also dazu, dass sie mal nicht das eine, sondern nur das andere haben. Und genau damit wurde bereits aus vielen Kiffern doch noch der Junkie, so, wie es die Drogenpolitik so gerne vorwegnimmt.

Eine in Deutschland legal verkaufte CBD Marihuanablüte
Legale Marihuanablüte möglicherweise sicherer, als beim Dealer?

Der Schwarzmarkt fördert nicht die Drogenmündigkeit

Wie kommt der Kiffer also wirklich zum Heroin? Durch die unkontrollierte Drogenfreigabe, die ein Schwarzmarkt nun mal ist. Es gibt keine Qualitätskontrolle, keine Substanztrennung und keine Aufklärung, mit der Drogenmündigkeit entstehen könnte. Der einfache Kiffer bewegt sich in einer Mischszene, in der sich schnell mal was ausprobieren lässt.

Wie ist es denn beim Biertrinken? Die meisten Jugendlichen oder jungen Erwachsenen erlernen unsere „Trinkkultur“ in Anwesenheit von Erwachsenen, die auch mal auf die Bremse treten oder vorher schon was dazu sagen. Wer den Alkoholrausch bereits kennt, der landet selbst mit Schnaps seltener im Krankenwagen.

Dank der unkontrollierten Drogenfreigabe auf dem Schwarzmarkt springen viele Jugendliche direkt ins kalte Wasser oder müssen einander etwas beweisen, wobei dann aber keiner auf die Bremse tritt. Jugendlichen oder jungen Erwachsenen fehlen Erfahrungswerte. Deswegen kommt es auf die Anwesenheit von verantwortungsvollen und kundigen Personen an. Aufgrund der Drogenverbote und der damit verbundenen Heimlichtuerei kriegen diese aber häufig nichts von den ersten Konsumerfahrungen ihrer Mitmenschen mit. Dementsprechend können sie nichts für den Saver Use machen und dürften es juristisch nicht einmal.

Jugendliche, die dennoch Drogen probieren, sind dann auf Gedeih und Verderb auf sich gestellt. Das soll nicht bedeuten, dass Eltern oder nahe stehende Erwachsene Minderjährigen das Kiffen beibringen sollen. Es bedeutet lediglich, dass wenn die Jugendlichen es ohnehin machen, die Erfahrungswerte eines älteren und verantwortungsvollen Konsumenten Schlimmeres verhindern können.

Sich wählen lassen und Kinder zum Dealer schicken

Kinder und Jugendliche sind nicht nur in unserer Gesellschaft ein sensibles Thema. Kinder können nicht einfach ihr Leben leben, sie sind auf Fürsorge angewiesen. Es ist ganz normal und gelegentlich dringend notwendig, dass auch mal über die Köpfe von Kindern und Jugendlichen hinwegentschieden wird. Genauso sind Kinder aber auch ihren eigenen Eltern ausgesetzt und müssen teils vor diesen geschützt werden.

Minderjährige sind also noch nicht Mitglieder der Gesellschaft, die für sich selber sorgen können und damit auch „selber schuld“ wären, wenn es mal nicht rund läuft. Die Eltern und die Gesellschaft stehen in der Pflicht, Kindern ein geschütztes Aufwachsen zu ermöglichen. Dabei müssen Jugendliche sich aber auch immer mehr aus diesen Schutzmechanismen lösen können, um nicht von heute auf morgen auf sich allein gestellt zu sein. Das selbstständige Leben will immerhin wie die Drogenmündigkeit erlernt werden.

Viele Politiker oder auch Medienvertreter nutzen diesen sensiblen Punkt innerhalb unserer Gesellschaft gezielt aus, indem sie Schutz versprechen. Mit jedem Blick auf jugendliche Drogentote oder im Wahlkampf werden noch härtere Drogenverbote angekündigt, um die Jugendlichen zu schützen. Mehr Repression ist jedoch mehr Stress für die Drogenabhängigen und mündet deswegen in noch mehr Drogentote. Das haben zumindest schweizer Beobachtungen klar belegen können.

Wenn sich Drogenkonsum nicht verbieten lässt, dann bleibt die Nachfrage bestehen, womit Dealer für das Drogenangebot sorgen. Der Schwarzmarkt wird zur unkontrollierten Drogenfreigabe. Weder Qualitätskontrollen, noch Substanztrennung und schon gar kein Jugendschutz lassen sich durchsetzen, da jeder Erwischte direkt vor dem Richter steht. Wer sich als Dealer viel verantwortungsbewusster verhält, der hat keinerlei Vorteile. Wozu sollen Drogendealer, die ihre Drogensucht finanzieren wollen, dann überhaupt noch auf etwas achten? Und wer nicht an Jugendliche verkauft, der verkauft eben an Personen, die es machen. Drogenverbote schicken Kinder zum Dealer, da sie sich nicht durchsetzen lassen.

Joint mit Feuerzeug
Nehmen Kinder Schaden, wenn Erwachsene ihren Joint rauchen?

Jugendschutz geht nur mit einem regulierten Drogenmarkt

Beim Tabak und Alkohol wirken mächtige Lobbyverbände auf die Politik. Es gibt rund 1000 bis 2000 Drogentote pro Jahr in Deutschland. Cannabistote kommen in der Statistik nur deswegen vor, da Marihuana und synthetische Cannabinoide zusammengefasst werden. Richtige Cannabistote gibt es also nicht. Es sind allerdings 100.000 bis 200.000 Tote jährlich durch Tabak und Alkohol. Dennoch lassen sich umfassende Werbeverbote für den gesamten öffentlichen Raum und die gesamte frei zugängliche Medienlandschaft nicht durchsetzen.

Wegen des wachsenden öffentlichen Drucks gibt es vielversprechende Teilerfolge und gerade vom Tabak lassen viele Jugendliche aufgrund der Aufklärung die Finger. Dazu mag beitragen, dass auch bei Verkaufsautomaten und Verkaufsstellen viel intensiver als vor 20 Jahren auf den Jugendschutz geachtet wird, während es beim Alkohol häufig noch zu lasch läuft. Doch neben den offiziellen Verkaufsstellen kann auch die private Weitergabe an Jugendliche geahndet werden, was gelegentlich sogar passiert und abschreckend wirkt. Weswegen sollte jemand Tabak und Alkohol an Jugendliche geben und sich damit Repressalien aussetzen, die es sonst nicht zu befürchten gäbe? Das ist zumindest der springende Punkt, weswegen dieser Jugendschutz auch im Privaten ansatzweise funktioniert. Mit etwas gezielter und dosierter Kontrolle, vor allem bei entsprechenden Vorfällen, könnte es sogar noch besser funktionieren.

Und genau das alles geht eben nicht, wenn Drogenverbote mit dem Schwarzmarkt in die unkontrollierte Drogenfreigabe münden. Gibt der Drogendealer nicht direkt an Jugendliche ab, dann macht er dieses häufig eben indirekt, da seine Käufer einen Teil weiterverkaufen. Wer Jugendschutz für illegale Drogen wünscht, der muss also für die Legalisierung von Drogen sein. Nur innerhalb von einem legalen Rahmen können Drogen reguliert werden. Damit kann zugleich eine Substanztrennung stattfinden. Mit der Hanf Legalisierung wäre wenigstens der Cannabis schon einmal von anderen Drogen abgegrenzt. Genauso sind auch Tabak und Alkohol von anderen Drogen getrennt verfügbar, womit der Wechsel von einer zur anderen Substanz bereits seltener vorkommt.

Legalisierung von Hanf in Deutschland

Die Hanf Legalisierung ist ein Thema, bei dem viele sich fragen, warum überhaupt noch darüber diskutiert werden muss. Cannabis ist nicht komplett unbedenklich, aber doch bei weitem nicht so schlimm, wie die Drogenpolitik es vermuten ließe. Wenn es um die Legalisierung aller Drogen geht, dann stehen Befürworter jedoch weiterhin auf verlorenem Posten. Die Legalisierung von Drogen wird immerhin mit der unkontrollierten Drogenfreigabe gleichgesetzt, die es mit dem Schwarzmarkt allerdings schon lange gibt. Beim Drogen Legalisieren kann allerdings auch jede Droge für sich reguliert werden. Der Zutritt zu den Abgabestellen kann mit verschiedenen Hürden oder Bedingungen verknüpft werden. Die Drogen werden gruppiert, womit es räumlich voneinander getrennte Drogenfachgeschäfte, oder für ländliche Regionen gesicherte Drogenautomaten, geben würde.

Aber dank der Drogenverbote werden wir weiterhin Kinder zum Dealer schicken? Oder die Minderjährigen schicken ihre volljährigen Freunde vor? Wenn die regulierte Drogenabgabe für die Drogenkonsumenten attraktiver als der Schwarzmarkt wäre, dann würde dieser auf einen Schlag den Großteil seiner Kunden verlieren. Dieser Schwarzmarkt für Drogen würde also massiv einbrechen und wäre damit bereits viel übersichtlicher. Wer dann noch Drogen an Kinder und Jugendliche verkaufen will, der müsste auch weiterhin mit schweren Repressalien rechnen und wäre viel schneller überführt. Selbst Drogenabhängige, die sich mit Dealerei selber finanzieren wollen, würden vor der Abgabe an Jugendliche zurückschrecken.

Genauso können Volljährige mit voller Härte geahndet werden, die in Drogenfachgeschäften kaufen oder selber produzieren, um einen Teil der Drogen anschließend an Jugendliche zu geben. Diese Erwachsenen würden es sich sehr genau überlegen, ob sie dieses Risiko eingehen, wenn sie ansonsten nichts zu befürchten hätten. Wer sich aufgrund der Drogenverbote generell bedeckt halten muss, der würde gewiss weniger auf den Jugendschutz achten.

Die Grüne Jugend fordert freie Drogen
Keine Drogenverbote, sondern freie Drogen mit der Grünen Jugend

Die sinnvolle Legalisierung aller Drogen ist möglich

Die Legalisierung von Hanf ist mehr als nur Überfällig, um erwachsenen Bürgern ihre Freiheit über sich selber in mündiger Selbstverantwortung einzuräumen. Zudem würde allein diese Legalisierung von Hanf den Schwarzmarkt für Drogen schrumpfen lassen. Um Jugendliche zugleich effektiver vor anderen Drogen schützen zu können, wäre es besser, wenn auch andere Substanzgruppen in einem sinnvollen Rahmen reguliert werden. Erwachsene müssten einfach nicht mehr für ihre Drogen auf den Schwarzmarkt zugreifen, der nach dem Zusammenschrumpfen auch für Jugendliche weniger verfügbar wäre.

Unter anderem in Colorado zeigt sich, dass die Legalisierung von Hanf nicht bedeutet, dass experimentierfreudige Jugendliche auf andere Drogen umschwenken. Häufig finden Minderjährige wegen Marihuana zum Schwarzmarkt und würden zumindest im Anfang die allermeisten anderen Drogen komplett ablehnen. Das Cannabisverbot kann deswegen aufgrund der mangelnden Substanztrennung wirklich zum Sprungbrett in die harte Drogensucht werden. Das passiert eben, wenn Wähler ihre Kinder zum Dealer schicken, da sie durch Drogenverbote die Jugend schützen wollen.

Wenn in der heutigen Diskussion um die Legalisierung von Hanf in Deutschland zu vernehmen ist, dass „das Verbot von Cannabis ist nicht mehr zeitgemäß“, dann kann nur noch gekontert werden, dass es das noch nie war, da es sich noch nie durchsetzen ließ. Probleme, die sich nicht durch Verbote komplett vermeiden lassen, können häufig deutlich abgefedert werden. Demnach hat Portugal im Jahr 2001 aus Verzweiflung den Konsum jeder Droge entkriminalisiert. Die Heroin-Epidemie bedrohte mit rund 1% Drogensüchtigen die nationale Sicherheit. Also wird auf sinnvolle Weise der Konsum jeder Droge entkriminalisiert, um das unlösbare Drogenproblem wenigstens einzugrenzen. Der problematische Drogenkonsum, HIV Infektionen, Hepatitis, die Verelendung der Drogenabhängigen und andere gravierende Probleme sind seitdem stark zurückgegangen. Weniger Kinder rutschen in die harte Drogensucht mit Beschaffungskriminalität oder Prostitution, wenn einfach ein anderer gesellschaftlicher Umgang mit Drogen erfolgt. Wäre das kein Argument in der Diskussion mit hysterisch wirkenden Müttern?

Wie genau funktioniert dieser von Anfang an verlorene War on Drugs?

Es gab eigentlich keine nennenswerten Drogenprobleme, die den War on Drugs rechtfertigen würden, den Nixon nur noch offiziell ausrief und durch die Gründung der DEA verschärfte. Die vorhandenen und gerechtfertigten Probleme gingen wohl eher darauf zurück, dass Opiate und andere Wirkstoffe in den Drugstores der USA einst für jeden frei zugänglich waren. Mit einer ohnehin einsetzenden Regulierung für Medikamente und etwas sinnvoller Aufklärung wären diese Probleme bereits sinnvoller und auch humaner gemindert worden.

Doch aus rassistischer und wirtschaftlicher Motivation wurden massive Drogenverbote politisch auf den Weg gebracht und juristisch durchgesetzt. Damit die Bevölkerung in den USA das mitgemachte, gab es regelrechte Schmierblattkampagnen, die Vorkommnisse aufblähten oder frei erfunden haben, um vor allem gegen Cannabis eine Pogromstimmung aufzubauen. Der „good old Hemp“ war zu der Zeit als Konkurrent verschiedener Produkte vielen ein Dorn im Auge. Das ist er aus genau diesem Grunde noch immer, womit viele Kreise die Legalisierung von Hanf um praktisch jeden Preis stoppen wollen. Gerade unlösbare Probleme bringen viel Umsatz und damit Gewinn, womit viele in Wirklichkeit solche Probleme nicht mindern, sondern aufblähen wollen. Jugendschutz ist nur das vorgeschobene Argument, um die Drogenpolitik auf Spur zu bringen.

Im War on Drugs wird laufend erklärt, dass man mit noch härteren Strafen zur drogenfreien Welt kommt, womit die Jugend geschützt wäre. Doch praktisch immer wird vom gesteckten Ziel das genaue Gegenteil erreicht.

Joep Oomen von ENCOD
ENCOD – Joep Oomen widmete sein Leben dem Kampf gegen Drogenverbote

Die entscheidende Drogenfrage

Es werden immer mehr Drogen auf immer riskantere Weise genommen, womit immer mehr Geld auf dem Schwarzmarkt verdient wird, mit dem sich Kriminelle oder auch Rebellen finanzieren. In Mexiko hat die Polizei den Kampf gegen Drogenkartelle seit langem verloren, womit die Armee übernahm. Viele Regionen in Mexiko bieten ein Leben wie im Krieg, Mexiko ist aus diesem Blickwinkel einer der Failed States. Dennoch muss mit noch mehr Repression noch härter gegen diese Drogen gekämpft werden, womit die Kriminellen im Gegenzug immer brutaler werden. Der War on Drugs wird zur Gewaltspirale, in der unzählige Existenzen untergehen und viele Menschen den Tod finden.

Durch Drogenverbote werden Kinder zum Dealer geschickt, da der Schwarzmarkt die eigentliche unkontrollierte Drogenfreigabe ist. Ein sinnvoll regulierter Drogenmarkt würde den Schwarzmarkt austrocknen, womit Kinder es schwer hätten, noch einen Dealer zu finden.

Das Geld im illegalen Drogenmarkt gefährdet unsere Gesellschaft und produziert Failed States. Drogenverbote schützen nicht die Jugendlichen, sie gefährden ganze Staaten und schwächen die Gesellschaft. Es stellt sich deswegen abschließend noch die rhetorische Drogenfrage an alle ideologisch und kaum rational argumentierenden Drogenverbotskrieger:

Was haben euch all die Kinder denn getan, dass ihr immer noch diese von Anfang an gescheiterte Drogenpolitik der totalen Drogenverbote wählt?

Quellen:
http://m.20min.ch/schweiz/zuerich/story/29287940
http://blogs.taz.de/drogerie/2017/04/15/trotz-cannabislegalisierung-kiffen-immer-weniger-schueler-in-den-usa/
http://www.ik-armut.de/inhalt/Portugal%20hat%20Konsum%20von%20Drogen%20entkriminalisiert.htm
https://www.heise.de/tp/features/15-Jahre-entkriminalisierte-Drogenpolitik-in-Portugal-3224495.html

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