Feld mit Nutzhanf vor einem Wald unter blauem Himmel

Nutzhanf, ökologisch gesünder als Baumwolle

Hanf gedeiht ohne Pestizide und hat bessere Textilfasern

Was hat der Drogenkrieg mit Jeanshosen, Seilen, Mikroplastik, Bodenerosion, Trinkwasser, Umweltgift oder gar Tschernobyl und Fukushima zu tun? Eine ganze Menge, da das Hanfverbot nicht allein unsere Freiheit, sondern auch unsere Gesundheit und unseren Lebensraum bedroht. Nutzhanf ist ökologisch gesünder als Baumwolle und gedeiht ohne Pestizide wie Insektizide, Herbizide oder Fungizide, womit das Trinkwasser nicht leidet. Hanf hat die besseren Fasern als Baumwolle, es entsteht kein Mikroplastik, Hanf schützt die Böden und verbessert diese. Nutzhanf kann selbst Umweltgifte und sogar strahlende Partikel aufnehmen und aus dem Boden ziehen, um diesen durch die Phytosanierung wieder nutzbar zu machen.

Ideologische Drogenkrieger haben die berauschende Wirkung von Marihuana nur für Panikmache genutzt. Mit der Angst vieler Mütter und der empörten Spießbürger wurde ein Feldzug gegen die ganze Pflanzengattung Cannabis vorangetrieben. Es ging zum einen um rassistische Motive, um Farbige, Latinos und Mexikaner zu diskreditieren. Zum anderen ging es darum, die gerade entwickelte Nylonfaser gewinnbringend auf dem Markt zu etablieren. Nutzhanf war der Konkurrent auch anderer wirtschaftlicher Interessen, den es als Gesamten zu verbieten galt.

Hanftextilien
Hanftextilien als Konkurrent der Synthetikfasern ist ökologisch

Nutzhanf wurde zusammen mit Marijuana verboten

Mit dem Marijuana Tax Act vom 01.10.1937 war dieses Marijuana als Droge der Farbigen, Latinos und Mexikaner noch nicht als Gesamtes verboten. Der legale und gewinnbringende Anbau von jedem Hanf war jedoch unmöglich, womit an diesem Tag das Quasiverbot der ganzen Pflanzengattung Cannabis in den USA ausgerufen wurde. Innerhalb der UNO wurde dieses „Drogenverbot“ 1961 über die Single Convention on Narcotic Drugs mehr oder weniger stark weltweit etabliert. Erst am 21.12.2018 wurde dieser Nutzhanf in den USA wieder legalisiert.

Selbst THC armer Nutzhanf wurde in den USA zwischenzeitlich nur während dem Zweiten Weltkrieg für kurze Zeit aus militärischen Gründen angebaut. Mit der Kinofilmkampagne „Hemp for Victory“ mussten die Farmer zum Hanfanbau mühsam überredet werden, so effektiv war die Hetze gegen Marijuana. Diese wurde zuvor mit der Kinofilmkampagne „Reefer Madness“ und den Boulevard-Medien von William Randolph Hearst vorangetrieben.

Das Ziel lautete, die Pflanzengattung Cannabis weltweit auszurotten und alle zu diskreditieren oder gar offen zu bekämpfen, die Hanf, Cannabis, Nutzhanf oder Marijuana nutzen. Die rassistische Motivation am Drogenkrieg wurde noch einmal durch Richard Nixon bestätigt, der den eigentlich bereits laufenden War on Drugs offiziell ausrief. Neben ethnischen Gruppen wurden auch ideologische wie die Hippies, die den Vietnam Krieg erschwerten, gezielt verfolgt.

Genau diese USA sind es nun, die aufgrund von Volksentscheiden schrittweise die Pflanzengattung Cannabis wieder legalisieren, womit ein weltweiter Impuls gegeben wird. Dieser kommt genau richtig, da unsere Welt am Kaputtgehen ist und Nutzhanf nicht lediglich gesünder als Baumwolle ist, dieser Nutzhanf ist zugleich sehr ökologisch und kann dazu beitragen, die Welt zu retten, in der wir leben, ohne die wir sterben.

Hanfseil
Robustes und haltbares Hanfseil, das nässebeständig für den Kriegseinsatz taugt

Warum ist Baumwolle nicht ökologisch?

Für den rentablen Anbau der Feldfrüchte wird mit Monokulturen gearbeitet, die ohnehin bereits bedenklicher sind. Nutzhanf verträgt sich gut mit sich selber und kann über viele Jahre als Monokultur ohne Kulturwechsel auf der gleichen Fläche angebaut werden. Baumwolle ist empfindlich gegen Schädlinge und Krankheiten, sie infiziert sich in einer Monokultur gegenseitig. Es werden deswegen große Mengen von Spritzmitteln eingesetzt. Das geht soweit, dass Unternehmen wie Monsanto genetisch veränderte Baumwolle erzeugt, die gegen Spritzmittel wie Glyphosat resistent ist. Das Unkraut wird solange mit Pestiziden kaputt gespritzt, bis superresistente Unkräuter, die Superunkräuter, entstehen und alles wieder Zunichtemachen. Das geschieht derzeit nicht nur in weiten Regionen der USA, womit unter verdeckter Hand über den Einsatz von noch bedenklicheren Pestiziden diskutiert wird.

Derzeit ist der Großteil der Baumwolle genetisch verändert, um angeblich wirtschaftlicher anbaubar zu sein. Der Farmer kann größere Mengen Pestizide auftragen. Er vergiftet sich selber, seine Böden und verseucht die Gewässer samt dem Trinkwasser, womit er zugleich die Folgegenerationen vergiftet. Es treten Schädigungen am Erbgut auf, die vererbt werden und möglicherweise noch Schaden anrichten, wenn das Grundwasser wieder weniger stark belastet ist.

Das ist nicht alles. Baumwolle braucht viel Dünger und sehr viel Wasser, womit Gewässer und das Grundwasser aufgebraucht werden, während Menschen kein sauberes Trinkwasser haben. Die derzeitige Landwirtschaft ist auf Phosphorit-Minen angewiesen, da sie mit der Ernte Phosphor vom Land weg trägt. Ohne Phosphor wird nichts wachsen, es müsste ein ökologischer Nährstoffkreislauf etabliert werden, da die Phosporit-Minen bald erschöpft sind.

Baumwolle verbraucht derzeit rund 2,4% der weltweiten Agrarfläche, aber rund 25% der Insektizide und rund 11% aller Pestizide werden hier versprüht. Baumwolle ist definitiv nicht ökologisch sowie Allergiker mit belasteter Baumwolle zu kämpfen haben. Diese Baumwolle konnte Hanffasern während der Industrialisierung im britischen Empire nur deswegen verdrängen, da sie aus Übersee billig importiert wurde und sich sehr einfach maschinell verarbeiten lässt. Nutzhanf hat längere und schwierigere Textilfasern.

Kleidung aus Nutzhanf, teils mit Baumwollanteil
Nutzhanf ist ökologisch gesünder als Baumwolle, auch für die Haut!

Warum ist Nutzhanf ökologisch?

Hanf kann ohne Ackergifte angebaut werden. Der Anbau von Nutzhanf verschlingt weniger Dünger und es wird weniger Wasser als für Baumwolle benötigt. Wenn es die Böden und Niederschläge hergeben, dann wächst Hanf innerhalb von 100 Tagen auf über 4 Meter Höhe. Dabei nimmt dieser Hanf den anderen Pflanzen das Sonnenlicht und erstickt selbst superresistente Unkräuter. Ganz ohne Spritzmittel wachsen auf Hanffeldern jedes Jahr weniger Unkräuter, da diese gar nicht mehr Samen bilden.

Nutzhanf kann auf guten Böden bis zu zwei Meter tief wurzeln und lockert sowie belüftet damit den Boden. Die Erdkrume kann Platzregen besser aufnehmen, um das Wasser und auch den Boden zu halten. Hanf bindet CO2 und produziert auf gleicher Fläche 4,1 mal mehr Zellstoff, als schnell wachsende Wälder, so US-Behörden noch kurz vor dem Hanfverbot.

Der Zellstoff der Hanfpflanzen kann häufiger recycelt werden, als es mit Zellstoff von Bäumen geht. Die Textilfasern der passenden Hanfpflanzen sind viel hochwertiger als Baumwolle. Textilien aus Nutzhanf werden länger halten, enthalten keine Giftstoffe und wirken antibakteriell. Wer ständig schwitzt und entsprechend riecht, der soll einmal Hanftextilien probieren. Diese nehmen den Schweiß auf, es bilden sich jedoch nicht die typischen Bakterien. Hanftextilien bleiben länger frisch und müssen seltener gewaschen werden. Auch das ist ökologischer als Baumwolle.

Hanf verbessert die Böden, ist als Rohstoff haltbarer und zugleich extrem flexibel. Aus den Hanfsamen können Farben hergestellt werden. Aus den Schäben, Fasern und Hanfsamen entstehen Verbundstoffe, die leichter und dennoch stabiler als Stahl sind. Henry Ford präsentierte 1941 sein Auto vom Acker aus nachwachsenden Verbundstoffen, angetrieben mit Pflanzenöl. Er hat es schnell „auf den Kompost“ gefahren, da die Erdöl-Industrie und auch andere Industriezweige bereits zu mächtig waren.

Hanffasern
Hanffasern sind vielseitig, robust und nässebeständig

Ökologischer Fußabdruck beim Hanf im Grünen

Unsere Erde ist endlich, unser Bevölkerungswachstum scheint unendlich, Kapitalismus muss unendlich wachsen oder wächst sich kaputt. Nun ist es soweit, dass man nicht einfach weiter ziehen kann, da wir als die Menschheit schon überall in Massen sind. Oder waren im Sprachverständnis um 1965, als es weniger als die Hälfte der heutigen Menschen gab, Begriffe wie Ökologischer Fußabdruck, nachhaltig, Bio, Fair Trade oder das gerade stattfindende sechste Massensterben ein Begriff? Dieses Sechste Massensterben wird vielen noch nicht geläufig sein, die Dinosaurier überlebten das fünfte Massensterben nicht.

Der Ökologische Fußabdruck rückt uns spät in unser Bewusstsein, vielleicht schon zu spät? Auch dann kann unser jahrtausendealter Begleiter, der Nutzhanf, das Übel wenigstens noch abfedern, damit wir als die Menschheit so glimpflich wie möglich durch den „Flaschenhals“ in ein neues Zeitalter eintreten.

Der nachhaltige Ackerbau ist dabei wichtiger, als viele sich bewusst sind. Böden geben nur dann etwas her, wenn sie erhalten werden. So erklären einige Forscher, dass Rom als einstiges Imperium an Hunger zugrunde ging, denn mit Hunger gehen Menschen auf die Barrikaden. Gerade Land in Hanglagen erodierte nach der Rodung und wurde komplett unbrauchbar, womit es bei wachsender Bevölkerung eine negative kritische Masse gab. Genau das passiert leider erneut zu dem Punkt, an dem unsere Rohstoffe und Energieträger auf dem Acker nachwachsen sollen.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten für Nutzhanf

Dieser Nutzhanf ist ein schnell nachwachsender und damit nachhaltiger Rohstoff, der die Böden sogar regeneriert. Die gewonnene Biomasse hat viele Qualitäten, kann sehr haltbar verarbeitet werden und nach der Nutzung wird alles kompostiert. Zeitungen und Kartonagen können genau wie Textilien recycelt, kompostiert oder noch als Brennstoff verwendet werden. Hanfbeton, Dämmstoffe aus Hanf, Bioplastik, Verbundstoffe und andere auf ökologisch getrimmte Produkte aus Biomasse sind ungiftig. Gäbe es keine Zweitverwertung, könnte alles auf einer ungesicherten Müllhalde oder einer Abraumhalde entsorgt werden.

Die Hanffaser ist also nur ein Bestandteil der Hanfpflanze. Je nach Verwendungszweck werden unterschiedliche Hanfpflanzen angebaut, um weiche Fasern für Intimwäsche oder grobe Fasern für Seile zu gewinnen. Diese Hanffasern sind durchaus nässebeständig. Wenn sie in das Meer gelangen, dann braucht es jedoch keine Jahrhunderte, damit sie sich zersetzen. Genau das ist bei Synthetikfasern wie der Nylonfaser der Fall. Diese Kunststoffe zersetzen sich zuerst noch in Mikroplastik, welches sich wiederum in Organismen ablagert. Möglicherweise werden höhere Lebensformen in den Meeren bald aussterben, da sie das Mikroplastik nicht überleben? Es ist nicht allein das Plastik. Der Kunststoff nimmt verschiedene Giftstoffe aus dem Wasser wie ein Filter auf, womit die Meerestiere zusätzlich belastet werden.

Solange Nutzhanf nicht mit giftigen oder schädlichen Substanzen zusammen verarbeitet wird, bleiben die erzeugten Produkte ökologisch und werden die Umwelt kaum belastet. Der Nutzen vom Hanfanbau ist enorm, wenn Farmland regeneriert und erhalten wird sowie das Grundwasser später nicht mit Pestiziden verseucht ist.

Baustoffe aus Hanf für Wärmedämmung
Baustoffe aus Hanf für Wärmedämmung

Auf Baumwolle und Synthetikfasern verzichten?

Entscheidet der Verbraucher über das Angebot oder entscheidet das System darüber, was sich der Verbraucher leisten kann? Sicherlich ist Bio, Fair Trade, Öko oder im allgemeinen „nachhaltig“ viel besser, als nach einem kurzen Raubbau in der selbstgemachten Endzeit aufzuwachen. Überall dort, wo es im praktischen Alltag gut geht, sollen Verbraucher auf Baumwolle, Synthetikfasern und auch auf andere bedenkliche Rohstoffe wie fossile Rohstoffe verzichten. Wer gezielter konsumiert, der kann mit Glück ohne Verzicht weniger konsumieren und schützt die Welt bereits damit.

Hanffasern können der Baumwolle oder den Synthetikfasern weit überlegen sein. Vielfach sind sie das derzeit nicht, da die Nachfrage noch nicht eine entsprechende Produktion etablierte. Wer jedoch die Auswahl hat, der kann mit Hanfprodukten kaum etwas falsch machen. Ob als Rohstoff, Baustoff, Lebensmittel, Medizin oder auch Genussmittel: Im Vergleich zu den gängigen Alternativen ist Hanf das geringere Übel und sogar ökologisch gesund. Hanf ist Medizin für Menschen, Nutzhanf ist Medizin für die ganze Welt.

Quellen:
https://www.keine-gentechnik.de/dossiers/baumwolle-gentechnik/
https://utopia.de/ratgeber/bio-baumwolle-wissenswertes/
http://www.oeko-fair.de/kleiden-schmuecken/baumwolle/baumwollhandel/

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