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Umgang mit Medizinalhanf – die Grundlagen

Einnahmeformen für Medizinalhanf – rauchen, essen, verdampfen, einreiben

Zur Erkrankung die passende Einnahmeform wählen – rauchen, verdampfen, essen, einreiben

Gibt es Cannabis als Tabletten? Meistens nicht!

Medizinisch eingesetzter Cannabis wird häufig Medizinalhanf genannt während Marihuana oder Haschisch mit dem Freizeitkonsum assoziiert sind. Gesunde Menschen sind robuster und vertragen Qualitäten, die sich für viele Patienten nicht eignen. Diesen geht es auch nicht um das High. Bei der verordneten Einnahme von Medizinalhanf tritt dieses High meistens nicht auf oder ist dann eine unerwünschte Nebenwirkung. Der medizinische Einsatz von Cannabis ist deswegen nicht mit einem Freizeitgebrauch vergleichtbar, auch wenn viele unbewusst medizinisch konsumieren.

Im ersten Teil „Medizinische Einnahme von Cannabis – Optionen“ ging es um die verschiedenen Möglichkeiten der Einnahme:

Wichtig bleibt, zur Einnahmeform ein passendes Cannabis-Produkt zu wählen. Zum Rauchen oder Verdampfen dürfen keine Pflanzenöle enthalten sein. Für die Aufnahme über die Darmwand müssen die Cannabinoide hingegen an Fettsäuren, Alkohol oder einer anderen Trägersubstanz gebunden sein. Diese Bindung soll bereits vor oder während des Verzehrs entstehen.

Aber wie lange wirkt dieser Cannabis und was sind Reinstoffe oder Vollextrakte? Wo gibt es Cannabis-Produkte, worauf ist beim ersten Versuch zu achten? Genau das sind die Themen in diesem Artikel, mit dem die erste Einnahme von Medizinalhanf zumindest deutlich sicherer wird. Im Normalfall kann ohnehin nichts Schlimmes passieren, Saver Use bleibt dennoch wichtig.

Medizinische Cannabis-Anwendung – Artikelserie

Cannabis lässt sich für viele Erkrankungen medizinisch verwenden, das Thema ist komplex. Hier geht es zur Übersicht der Artikelserie „Medizinische Cannabis-Anwendung“
Medizinische Cannabis-Anwendung – Artikelserie

Im Vollauszug aus Medizinalhanf sind viele Wirkstoffe enthalten, im Reinstoff ein einziger

Medizinalhanf, die zu erwartende Wirkdauer

Die Einnahme von Cannabinoiden erfolgt häufig bei Bedarf, wenn die Situation akut ist. Dann wäre Inhalieren oder die sublinguale Einnahmeform sehr geeignet, da eine Wirkung sehr schnell eintritt. Ist diese noch nicht stark genug, lässt sich die Dosis schnell und sicher erhöhen. Die Cannabinoide gehen ins Blut und erreichen direkt den gesamten Organismus.

Sehr viele Patienten benötigen eine durchgehende Spiegelwirkung. Genau dann ist die Wirkdauer zu beachten. Diese kann bei unterschiedlichen Cannabinoiden auch unterschiedlich lang ausfallen.

Für Cannabidiol oder Tetrahydrocannabinol ist mit einer Wirkdauer von 6 bis 8 Stunden zu rechnen. Auch die anderen Wirkstoffe aus Medizinalhanf entfalten zum Großteil für diese Zeit ihre Wirkung. Je nachdem, welche Wirkstoffe dem Patienten helfen, ist eine andere Zeittaktung für die medizinische Einnahme von Cannabis zu wählen.

Auch die Situation der Einnahme des Medizinalhanfs kann die Wirkung beeinflussen. Wer gerade Atemnot hat, kann schlecht inhalieren. Ist der Magen bereits voll, verlangsamt sich die Aufnahme des Edibles.

Gerade beim Essen der Cannabinoide muss immer eine zeitversetzte oder abgeschwächte Wirkung einkalkuliert werden. Vor einem Nachdosieren ist deswegen mindestens eine Stunde abzuwarten, eine erste Wirkung ist nach 30 Minuten zu erwarten. Dennoch ist diese orale Einname von Cannabis sehr angenehm und mit einigen Erfahrungswerten auch sehr sicher dosierbar. Wie auch bei einigen anderen Medikamenten lässt sich die gewohnte Einnahme mit der Bedarfsanwendung kombinieren.

Inhalieren ist gut für die direkte Wirkung, beim Essen setzt diese langsamer ein

Medizinische Einnahme von Cannabis – erster Versuch

Einige Mediziner gehen selbst bei sehr hohen Tages-Dosierungen von 1500 mg Cannabidiol von einer guten Verträglichkeit und geringen Gefahren aus. Für viele Patienten reichen Wirkstoffmengen von unter 50 mg CBD am Tag. Zum ersten Testen wären 10 bis 30 mg am Abend oder 20 bis 50 mg über den Tag verteilt zu wählen.

Für THC sehen diese Wirkstoffmengen ganz anders aus. Wer an psychischen Erkrankungen leidet, bei denen THC kontraindiziert sein kann, muss sogar besonders vorsichtig sein. Beim gesunden Menschen ist eine Probierdosis von 5 mg THC am ruhigen Abend im Normalfall gut verträglich. Es kommt auch auf das Cannabinoid-Produkt und die Einnahmetechnik an, wie viel des Wirkstoffs letztendlich in der Blutbahn landet. Sublingual ist tendenziell effektiver, wer einen Joint raucht, wird von 5 mg möglicherweise nichts merken und müsste etwas mehr nehmen.

Für andere Cannabinoide ist die Normaldosis zu erfragen, um anschließend einen vorsichtigen Test vorzunehmen. Anschließend kann sich der Patient steigern und seine „Wohlfühldosis“ finden. Gerade dann, wenn sich keine Wirkung einstellt, ist der Medizinalhanf häufig zu niedrig dosiert.

Ob gegessen, sublingual oder inhaliert: Der erste Test auf die eigene Empfindlichkeit oder eine Unverträglichkeit soll am ruhigen Wochenende stattfinden. Eine Unverträglichkeit kann auch auf andere Bestandteile des Cannabinoid-Produktes zurückgehen. Außerdem ist es normal, dass einige auf ihren Medizinalhanf viel empfindlicher als andere reagieren. Eine geringe oder hohe Toleranz kann auch an der Erkrankung liegen.

Zur Information: Eine Hanfblüte mit 10 % Wirkstoffgehalt enthält pro Gramm 100 mg Wirkstoff, ein Gramm sind 1000 mg.

Das passende Cannabinoid-Produkt wählen

Es gibt Reinstoffextrakte wie CBD-Kristalle. Hier ist nur Cannabidiol als Wirkstoff enthalten. Aber selbst dann kann es sich um die Vorstufe CBDa oder eben CBD handeln. Auch bei anderen Cannabinoiden sind die Vorstufe und das eigentliche Cannabinoid medizinisch wirksam. Sie sind deswegen aber nicht automatisch für dieselbe Erkrankung sinnvoll.

Bei allen Cannabinoiden lässt sich die Cannabinoid-Säure durch Erhitzen in das eigentliche Cannabinoid umwandeln. Dieser Vorgang nennt sich Decarboxylation, vom Molekül spaltet sich ein Sauerstoffatom ab. Häufig ist es sinnvoller, direkt die gewünschten Substanzen zu beziehen. Meistens hilft den Patienten das fertige Cannabinoid besser als die Cannabinoidsäure. Wird das Ausgangsmaterial beim Konsum erhitzt, ist es weniger wichtig, ob Cannabinoidsäuren oder Cannabinoide enthalten sind. THC macht eine Ausnahme, da es an der Luft nach und nach oxidiert. Hat das Cannabinoid-Produkt Luftkontakt, soll es THCa enthalten, um es kurz vor oder während des Konsums zu erhitzen.

Vielen hilft CBD oder THC. Aber auch die anderen Cannabinoide, Terpene, Terpenoide und Flavonoide können medizinisch wirksam sein. Einige dieser Wirkstoffe ergänzen sich und wirken dadurch deutlich besser. Genau das erforschen Mediziner, Statistiker und Wissenschaftler für die bessere medizinische Anwendung.

Patienten oder deren Ärzte müssen also unterscheiden, ob sie einen Reinstoff, kombinierte Reinstoffe oder einen Vollauszug aus Medizinalhanf verwenden. Demnach wirkt CBD als Reinstoff anders, als ein Vollauszug aus Hanfblüten. Es ist durchaus sinnvoll, einen Vollauszug für die Spiegelwirkung mit einem Reinstoffextrakt für die Akutbehandlung zu ergänzen.

Viele wollen nicht inhalieren – Cannabinoide extrahieren ist eine Kleinigkeit

Woher Medizinalhanf erhalten?

Wer sein Cannabinoid-Produkt aus der Apotheke bezieht, kann von einer medizinischen Qualität ausgehen. Erstattet die Krankenkasse die Kosten für den Medizinalhanf oder das Extrakt nicht, wird es leider noch schmerzhaft teuer.

Die Rechtslage ermöglicht es Händlern, CBD frei verkäuflich als Nahrungsergänzung oder Wellnessprodukt anzubieten. Das bedeutet, dass hier nicht jedes Produkt die einwandfreie medizinische Qualität mitbringt. Wer im Einzelhandel kauft, soll deswegen einen seriösen Händler wählen und nicht nach dem Preis, sondern der Wirksamkeit gehen. Zur Sicherheit kann direkt beim Hersteller bestellt werden. Ein kleiner Probierkonsum gehört jedoch in der Anfangszeit zur Produktfindung dazu. Es geht dabei häufig auch um den Aufbau erster Erfahrungswerte, um anschließend sicherer zu wählen.

Bei dutzenden Wirkstoffen sowie einem Naturprodukt mit leichten Schwankungen wäre eine genaue Aufschlüsselung leider mit hohem Aufwand verbunden. Viele seriöse Händler geben dennoch das Cannabinoid-Profil ihrer Produkte soweit an, dass sie wenigstens die wichtigsten Angaben machen.

Zu beachten: In einem Vollextrakt ist immer auch etwas THC enthalten. Bis 0,2 % ist laut EU-Recht legal. In einigen Ländern der EU werden etwas höhere Werte, in der Schweiz sogar bis 1 % THC-Gehalt geduldet. Wer auch durch THC profitiert, kann für die Einnahme von Cannabis ein Vollextrakt mit geringem CBD-Gehalt wählen. Die Einnahmemenge ist entsprechend zu erhöhen. Dann würde ein Drogentest im Straßenverkehr aber mit Pech auf THC anschlagen.

Im Einzelhandel erhältliches eLiquid mit CBD – vertrieben als Wellnessprodukt

Medizinische Einnahme von Cannabis – wirkt es denn?

Wer alles beachtet und die richtige Einnahmetechnik beherrscht, kann mit der Wirkstoffmenge experimentieren. Eigentlich jeder Cannabis-Patient muss zuerst ein Gefühl für die Einnahme von Cannabis entwickeln und dann seine Dosis finden.

Viele fragen sich zuerst, ob es denn auch wirkt, da sie zu vorsichtig dosieren oder etwas falsch machen. Wer seine Leiden sehr bewusst wahrnimmt und diese durch die Einnahme von Cannabis lindert, spürt den Unterschied sehr schnell. Wer hingegen auf eine neuroprotektive Wirkung aus ist oder sein Blutbild verbessern möchte, wird die Wirkung eher unbewusst wahrnehmen. Hier bemerken die Patienten nach einiger Zeit ein Stoppen oder Verlangsamen des Erkrankungsverlaufes. Doch die Mediziner sehen die Unterschiede schnell am Blutbild oder anderen Kriterien.

Es gibt auch Erkrankungen wie Epilepsie, bei denen viele Patienten durch CBD profitieren und andere keinen Unterschied merken. Dann gibt es Patienten, die nach der Einnahme von Cannabis an einer ganz anderen Stelle profitieren.

Wer hingegen gesund ist, merkt praktisch keinen medizinischen Effekt und entwickelt kein anhaltendes medizinisches Interesse an Cannabis. Wenn gesunde Menschen Cannabis einnehmen, liegt das Interesse eher am entspannten Abend.

Medizinalhanf – zur Sicherheit

Cannabinoide belasten die Organe nicht. CBD stört auch die Psyche nicht, sondern hat einen stabilisierenden Effekt. Es ließe sich schon fast präventiv einnehmen. Während THC das High auslöst und bei psychischen Leiden kontraindiziert sein kann, spricht kaum etwas gegen einen Selbstversuch mit CBD.

Medizinalhanf ist dennoch kein Heilmittel, welches bei jedem wirkt und kann auch nicht alles heilen. Wenn die Einnahme von Cannabis medizinisch wirkt, sind die Vorteile im Vergleich zu anderen Medikamenten jedoch enorm. Viele können z.B. ihre Schmerzmittel deutlich reduzieren und wieder ganz normal am Leben teilnehmen.

Wer an schweren Erkrankungen leidet oder bereits Medikamente einnimmt, soll zur Sicherheit seine Einnahme von Cannabis mit dem Mediziner abklären. Cannabinoide können mit einigen Medikamenten Wechselwirkungen eingehen oder deren Abbau in der Leber möglicherweise ein klein wenig beschleunigen. Von Cannabis in der Schwangerschaft raten Mediziner ab, hierzu mehr im Artikel: „15 bekannte Nebenwirkungen von CBD

Wirklich schwerwiegende Wechselwirkungen mit Medikamenten oder schwere Nebenwirkungen bei psychisch gesunden Menschen mit Medizinalhanf sind zumindest hier nicht bekannt.

Medizinische Cannabis-Anwendung – Artikelserie

Cannabis lässt sich für viele Erkrankungen medizinisch verwenden, das Thema ist komplex. Hier geht es zur Übersicht der Artikelserie „Medizinische Cannabis-Anwendung“
Medizinische Cannabis-Anwendung – Artikelserie

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