Cannabiskonsument mit richtig dickem Joint

Vom Haschjunkie zum Cannabispatienten

Marihuana – von der Mörderdroge zum Medikament

Viele Cannabispatienten werden es bestätigen, dass sie noch vor wenigen Jahren eher wie ein Junkie behandelt wurden, als dass man sie als Cannabispatient für voll nahm. Man galt als Drogensüchtig, wenn das Marihuana abgesetzt wurde und die Symptome der Erkrankungen voll durch schlugen. Man würde kiffen, um high zu werden und wäre von der Mörderdroge krank geworden. Zuerst kommt der Drogenentzug, dann eine Drogentherapie und zur Behandlung der Erkrankung die üblichen Medikamente – die bei vielen jedoch nicht mehr wirkten oder alles sogar noch schlimmer machen. Innerhalb der letzten Jahre entwickelte man sich in der öffentlichen Wahrnehmung endlich vom Haschjunkie zum Cannabispatienten. Marihuana macht im öffentlichen Bewusstsein derzeit eine Entwicklung von der verschrienen Mörderdroge zum Medikament.

Durchaus kiffen viele, um high zu werden. Mit welchem Recht sollte Marihuana als Medikament deswegen nicht genutzt werden? Und was ist so schlimm daran, wenn jemand ab und an gerne high werden möchte? Selbst wenn vereinzelt jemand „abhängig“ wird und ständig zwanghaft kifft, so ist dieser Cannabiskonsument von etwas anderem nicht abhängig geworden, womit man in der Statistik vielleicht einen richtigen Junkie weniger hätte?

Wer als Cannabisgegner den Kiffer zum Haschjunkie erklärt, der kommt gerne mit der Einstiegsdrogentheorie, die bereits 1998 durch die sogenannte Kleiberstudie widerlegt wurde. Wer mit Haschisch anfängt, landet nicht automatisch beim Heroin. Wenn es schon vor Jahren Millionen Cannabiskonsumenten gab, dann müssten es heute Millionen Fixer sein, die es jedoch nicht gibt. Die Einstiegsdrogentheorie lässt sich bereits aus diesem Blickwinkel ohne wissenschaftliche oder empirische Studien widerlegen – so viele Heroinabhängige gibt es einfach nicht, wie es schon vor Jahren Cannabiskonsumenten gab!

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Vom Haschjunkie zum Cannabispatienten, mit Voporizer-App zeitgemäßer inhalieren

Warum der Cannabispatient wie ein Junkie erscheinen kann

Man führe sich vor Augen, dass eine schlimme Erkrankung einen plagt. Ob Schmerzen, Multiple Sklerose oder Rheuma, die Symptome dieser und anderer chronischer Leiden können einem die Lebensqualität rauben, die Erwerbsfähigkeit ruinieren, einen sogar zum stationären Patienten oder Pflegefall machen oder früh ins Grab bringen. Per Zufall wird an einem Joint gezogen, es geht einem sofort besser. Selbsterklärend ist, dass solche Patienten, die möglicherweise nicht einmal von der medizinischen Wirkung von Marihuana wissen, sehr schnell starke Konsummuster ausprägen. Wegen den überzogenen Argumenten der Cannabisverbote glauben diese Patienten möglicherweise selber, dass sie sich mit einem Rauschmittel betäuben und wegen der Droge ihre Leiden endlich mal für ein paar Stunden ertragen können. Dass sie Marihuana wie ein Medikament einsetzen, ist ihnen möglicherweise nicht direkt bewusst.

Wird solch ein Cannabispatient im Strafrecht oder auch mit seiner Krankenakte auffällig, wird ihm erklärt, er wäre drogenabhängig. All die Symptome beim Absetzen von Marihuana sind nicht wegen der Erkrankung, sondern wegen dem Drogenentzug derart schlimm, dass nach der Drogenentwöhnung noch eine Drogentherapie folgen muss. Es wäre ein langer Weg weg von der Drogensucht hin zu einem normalen Leben, wo man natürlich die üblichen Medikamente gegen die Erkrankung einnimmt. Die Krankheit wäre möglicherweise erst durch den schlimmen Drogenmissbrauch ausgelöst worden.

Es sind viele Cannabispatienten, die es in etwa so erlebt, aber nicht immer überlebt haben und sich nicht mehr wie ein Patient, sondern geächtet wie ein Junkie fühlten. So wurden und werden sie teils noch immer im Führerscheinrecht, bei der Jobvergabe oder auch bei Mietverträgen behandelt. Wer als Junkie gilt, wird abgewertet und „nach Unten einsortiert“. Wer wegen seinem Marihuanakonsum auf die Stufe von einem Heroin Fixer gestellt wird, der hat bessere Chancen, wirklich unter der Brücke zu enden, was für viele Patienten jedoch in absehbarer Zeit tödlich wäre.

Wer als Cannabispatient so dringend seine Hanfmedizin braucht, der würde sie immer wieder nehmen, solange, bis er vielleicht wirklich unter der Brücke als Drogentoter verendet.

Purjoint vor Mischschale, Feuerzeug und Mango
Gesünder raucht der Cannabispatient ohne Tabak mit dem Purjoint

Von der Mörderdroge zum Medikament – Marihuana in der Medizin

Die Politik, die Medien, die Mediziner, die Strafverfolgung, die Bildung sowie die Wirtschaft waren und sind teils noch immer durch überzogene oder sogar frei erlogene Argumente der Cannabisgegner derart indoktriniert, dass erst die Entwicklung des Alterns zu einem Umdenken führt. Viele Menschen haben in den wilden 70er Jahren ihren Marihuanajoint sehr genossen. Einige der Hippies konnten sich das Marihuanarauchen nie ganz abgewöhnen, sie rauchten deswegen aber nicht täglich Joints. Stellen sich mit dem Alter die üblichen Leiden ein, dann hat das Rauchen von Marihuana Auswirkungen, die ganz anders erlebt werden. Man hat starke Schmerzen, es wird ein Joint geraucht und schon ist alles wieder erträglich. Es geht nicht mehr um das High von der Droge, es geht einem als Cannabispatient darum, den Tag zu überstehen.

Viele haben den Cannabis sativa zum zweiten Mal entdeckt. In jungen Jahren wollten sie vom Kiffen high werden, im Alter nutzen sie Cannabis als Medizin. Ein weiterer Faktor ist, dass man sich gerne in der gleichen Altersklasse aufhält, wo also auch viele andere über Altersgebrechen klagen. Schon wird Marihuana in der Medizin von Patient zu Patient empfohlen, während der Arzt etwas von Droge und Drogensucht erzählt. Im gleichen Atemzug verschreibt der Arzt seine Pillen, die auf Dauer bis zum Organversagen führen können. Dem Cannabispatienten passiert das nicht, Marihuana schädigt keine Organe, sondern kann diese sogar schützen.

Was soll der Drogenkrieger denn jetzt den Jugendlichen erzählen, wenn Oma und Opa am Kiffen sind? Soll der Politiker, der Polizist oder der Psychiater erzählen, dass Opa bald Heroin spritzt und Oma auf den Strich schickt?

Ab 1996 war durch Volksentscheid Medizinhanf in Kalifornien auf Ebene vom Bundesstaat legal. Kalifornien kommt auf knapp 40 Millionen Einwohner und gilt als Seniorenresidenz innerhalb der USA. Das war der entscheidende Faktor für die heute stattfindende Cannabis-Legalisierung: Kiffende Senioren sind keine Junkies, Marihuana in der Medizin wirkt!

Infostand vom SCM, Selbsthilfenetzwerk Cannabis als Medizin
Marihuana in der Entwicklung von der Mörderdroge zum Medikament

Soll die Krankenkasse für alle Cannabispatienten Marihuana bezahlen?

Wer sich einmal die lange Liste an Leiden ansieht, bei denen Marihuana in der Medizin helfen kann, der kann sich 1 und 1 zusammen rechnen: In Deutschland könnten über eine Million Menschen durch die medizinische Behandlung mit Marihuana oder daraus gewonnen Wirkstoffen profitieren. Wenn ein Gramm Marihuana in der Apotheke derzeit über 20 Euro kostet und viele Patienten mehrere Gramm am Tag konsumieren, wären die Behandlungskosten für diese Arzneimittel vom Acker sehr hoch?

Dem gegenüber stehen Kosten für Medikamente, die durch Cannabis als Medizin eingespart werden. Weiterhin werden die Apothekenpreise nach der Anlaufphase deutlich sinken. Wenn nicht mehr ein paar Kilo, sondern etliche Tonnen Marihuana benötigt werden, müssen die Preise nachgeben.

Aber auch dann soll natürlich nicht jeder Cannabispatient einfach auf Krankenkasse beliebige Mengen Marihuana konsumieren. Die Ärzte müssen Erfahrungen sammeln, um dann die richtigen Patienten von den „Spaß-Patienten“ zu unterscheiden, die einfach von der Droge high werden wollen. Berechtigte Cannabispatienten erhalten so viel Marihuana auf Rezept, wie medizinisch sinnvoll ist. Wenn die Leiden nicht erheblich sind, kann der Cannabispatient jedoch ein Privatrezept zum selber Zahlen erbeten, in ein Drogenfachgeschäft gehen oder sich selber ein paar Pflanzen anbauen. So wäre es sinnvoll, solange die nicht medizinische Abgabe an Jugendliche durch Maßnahmen für den Jugendschutz unterbunden wird.

Das würde bedeuten, dass viele Cannabispatienten mit Anspruch auf Kostenübernahme für ihre Marihunamedizin es gar nicht beanspruchen würden. Sie würden es sich auf andere Weise beschaffen, da es für sie bequemer ist oder sie flexibler selber entscheiden könnten. Der Cannabispatient könnte nach einer Marihuana-Legalisierung also zum Arzt, in das Drogenfachgeschäft oder in den Growshop und Marihuanadünger sowie potente Hanfsamen kaufen. Mit Marihuana in der Medizin könnten auf der anderen Seite sehr hohe Medikamentenkosten eingespart werden. Unsere Gesellschaft könnte mit Glück durch das Medikament vom Acker große Geldmengen sparen, wenn die Preise sich erst einmal normalisiert haben.

Outdoor-Marihuana, der obere Blütenteil
Outdoor-Marihuana könnte überall fast kostenlos wachsen, auch in guter Qualität

Das Medikament als Droge missbrauchen?

Jeder wird schon einmal das Wort „Medikamentenabhängigkeit“ gehört haben. Viele Menschen versterben sogar an ihrem Medikamentenmissbrauch. Ob es Opiate, Benzodiazepine oder auch Ritalin ist, viele Patienten brauchen diese sehr bedenkliche Medizin nicht mehr oder brauchten sie noch nie. Sie gehen von einem Arzt zum nächsten, bis einer das Rezept ausfüllt. Schon hat man als legaler Junkie seinen Dealer gefunden. Teils lassen sich auch Junkies aus der Szene Medikamente verschreiben, die sie als Droge verkaufen, um Geld für Heroin zu erhalten. Das passiert, das ist Fakt, die Mediziner wissen das.

Wenn es Marihuana auf Rezept gibt und die Krankenkassen es zahlen, dann wird es künftig passieren, dass einige Cannabispatienten dem Arzt etwas vorkrücken, um ein paar Gramm mehr zu erhalten. Wer das anders sieht, sollte sich den oberen Abschnitt erneut durchlesen.

Auch der gewöhnliche Cannabispatient ist nicht automatisch ein perfekter Mensch. Genau wie in anderen Bereichen des alltäglichen Lebens werden einige auch beim Marihuana-Medikament die Gelegenheit nutzen. Warum sollte das beim Cannabis als Medizin anders als bei Opiaten als Medizin sein? Kein Mensch käme auf die Idee, wegen der Verfehlungen Einzelner die Opiate aus der Apotheke zu verbannen. Wenn der Cannabispatient wirklich ein paar Gramm mehr rausschlägt und dafür die Finger von den Opiaten lassen kann, dann wäre das Problem überschaubar.

Der Cannabispatient ist zumindest kein Haschjunkie. Wenn man ihm seine Marihuana-Medizin wegnimmt und er anschließend wie ein Junkie wirkt, dann ist es kein Drogenentzug. Es ist eine ungenügende Medikation, wegen der ein Cannabispatient sofort Marihuana konsumieren sollte. Genauso ist ein Diabetiker, der Insulin braucht oder jemand, der Mittel zum Senken vom Blutdruck braucht, kein Junkie. Solche Patienten sind dringend auf ein genügend wirksames Medikament angewiesen. Wenn jetzt in der öffentlichen Wahrnehmung diese Mörderdroge zum Medikament wird, dann wirkte Marihuana auch zuvor bereits medizinisch. Wer als Cannabispatient einst wie ein Junkie behandelt wurde, wird gerne bestätigen, dass Marihuana trotz der Drogenverbote auf dem Schwarzmarkt verfügbar ist und für viele ein Medikament sein kann. Ein legal regulierter Cannabismarkt kann allerdings die Qualität für Patienten und Konsumenten besser prüfen. Es kann zugleich ein besserer Jugendschutz umgesetzt werden, wenn Erwachsene belangt werden, die sich nicht dran halten.

Quellen:
https://www.ewi-psy.fu-berlin.de/einrichtungen/arbeitsbereiche/ppg/forschung/cannabis/index.html

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